Die Kieler Vergangenheit hatte als Ausfluß von Mahnung und Erinnerung zur Schaffung von Mahnmalen geführt. Diese unseren Mitgliedern und unseren Gästen nahezubringen ist eine Verpflichtung aus der Geschichte.
- Nordfriedhof, ehemals Garnisonsfriedhof
Der Friedhof wurde 1878 auf dem Gelände eines Schießplatzes eröffnet. Über 3000 Soldatengräber aus Frieden und Krieg sind Erinnerung und Mahnung zugleich. Als er begründet wurde, lag der Friedhof noch weit vor den Toren der Stadt. Der alte Baumbestand und die Friedhofsgestaltung sind eindringlich. Es ist ein geschichtlicher Ort.
Monumente erinnern an Tragödien zur See im Frieden und im Krieg:
Eine Dampfexplosion auf SMS Brandenburg 1894 mit 44 toten Seeleuten, den Untergang von SMS Blücher im Gefecht auf der Doggerbank 1915 mit 792 Toten und den Untergang des Segelschulschiffs Niobe 1932 und andere.
- Commonwealth War Graves
Auf dem Gelände des Nordfriedhofes wurden 983 Kriegstote der britischen Streitkräfte in einem eigenen Bereich bestattet. Es sind weitgehend Soldaten der Royal Air Force und der Luftwaffen des Commonwealth. Sie erinnern an insgesamt 45000 alliierte Luftwaffensoldaten, die im Luftkrieg über Deutschland den Fliegertod starben. Auf dem Gräberfeld fanden die letzte Ruhe:
766 Briten, 148 Kanadier, 36 Australier, 33 Neuseeländer, 9 Polen.
Kiel War Cemetery wurde 1952 eingeweiht. Es ist die Zentralgrabstätte für britische Kriegstote in Schleswig-Holstein. Die gefallenen britischen und alliierten Soldaten wurden auch aus Einzelgräbern in Schleswig-Holstein und auf den Friesischen Inseln nach Kiel überführt.
Das Gelände wurde von der Bundesrepublik Deutschland Großbritannien übereignet.
Den vielen Toten auf dem Gräberfeld seinen Namen gegeben:
Am 30.07.1943 fand eine Flugzeugbesatzung der 77 Squadron der RAF Volunteer Reserve den Fliegertod. Sie war am Donnerstag, 29.07.1943 um 22.30 Uhr vom Flugplatz Elvington in Yorkshire gestartet und am frühen Morgen des Freitages von der deutschen Luftabwehr abgeschossen worden. An Bord waren
George Henry Sutton, Pilot, 29 Jahre, Stoke Newington, London
Theodore Hoffman, Toronto, Pilot, 21 Jahre
William Brown, Flugingenieur, 28 Jahre, aus Hamilton, Lanarkshire
Henry Ford, Funker und Bordschütze
Thomas Greaves, Navigator, 22 Jahre, Newcastle upon Tyne
Arthur Fox, Bordschütze
Ernest Barry, Bombenzielschütze, 22 Jahre, Hounslow, Middlesex
- Ubootehrenmal Heikendorf
Gegenüber dem Nordfriedhof und dem britischen Gräberfeld im Stadtteil Wik befindet sich auf dem Ostufer der Kieler Förde das Ubootehrenmal. Es wurde 1936 bis 1938 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur Erinnerung an 5249 Kriegstote der Uboote im I. Weltkrieg geschaffen, und 1968 bis 1970 erweitert zur Erinnerung an 30003 Ubootfahrer im II. Weltkrieg.
Das Mahnmal besteht aus einem Turm mit einem Seeadler und einer Rotunde mit Bronzetafeln, auf denen die Namen festgehalten sind. Der Seeadler wurde entworfen von dem Münchener Bildhauer Fritz Schmoll. Den Bronzeguß mit einem Gewicht von 5,8 t fertigte die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) aus Geislingen.
Das Mahnmal ist erbaut auf der Möltenorter Schanze, einer Befestigung aus der Vorkriegszeit. In seiner Schlichtheit ist das Ehrenmal sehr eindringlich und Mahnung für die Nachfahren. Die Pflege und Betreuung hat die Ubootkameradschaft Kiel übernommen.
Auch hier sei den vielen Namen ein Gesicht gegeben:
Erhard Buchwald wurde 1920 in Kiel geboren und entstammt einer Kieler Familie. Er war ein Kieler Jung. Sein Großvater kam als Angehöriger der Königlich Preußischen Marine nach Kiel. Sein Vater wurde 1880 in Kiel geboren, er wurde Ingenieuroffizier der Kaiserlichen und dann der Reichsmarine. Erhard Buchwald trat in die Fußstapfen der Väter und wurde Seeoffizier.
Am Weihnachtstag 1942 fand er beim ersten Einsatz als Wachoffizier an Bord von
U 356 zusammen mit der gesamten Besatzung südwestlich der Azoren den Seemannstod.
- Revolutionsdenkmal
60 Jahre nach den Ereignissen am 3. November 1918 erinnerte die Landeshauptstadt Kiel mit dem Denkmal „Kieler Revolution 1918“ an die Matrosen der kaiserlichen Marine, die mit Protest und Demonstration das Ende des Krieges forderten und damit den Weg ebneten für die Republik. Das Denkmal geschaffen hat Hans Jürgen Beuste.
Drei massive Granitsäulen hängen in einer Stahlkonstruktion und erzeugen eine Lebendigkeit bei massiver Schwere.
… Der die Pfade bereitet,
stirbt an der Schwelle,
doch es neigt sich vor ihm
in Ehrfurcht der Tod …
- Marineehrenmal Laboe
Das Marineehrenmal ist wegen seiner Gestaltung und wegen seiner Größe einzigartig auf der Welt. Es wurde nach einer Idee des Vorsitzenden der Marinekameradschaft Duisburg, Wilhelm Lammertz, ab 1925 mit Spendengeldern realisiert – in einer Zeit größter wirtschaftlicher Not. Für den Entwurf zeichnete Prof. Munzer aus Düsseldorf. Den Grundstein legte Admiral Scheer. Das Ehrenmal wurde am 31. Mai 1936, dem 20. Jahrestag der Skagerrakschlacht, an den Deutschen Marinebund übergeben, der auch heute noch Besitzer ist und das Ehrenmal pflegt und unterhält. Es ist also nicht staatlich.
Das Marineehrenmal Laboe ist den im Frieden und im Kriege auf See gebliebenen Seeleuten und deren Andenken gewidmet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Marineehrenmal - 20 Jahre nach der Einweihung - dem Deutschen Marinebund zum zweiten Mal offiziell seiner Bestimmung übergeben. Heute ist das Marineehrenmal Laboe ein Mahnmal und dem Andenken aller Seeleute, die auf See geblieben sind, gewidmet, frühere Feinde eingeschlossen. Die Weihehalle ist unterirdisch. Handelsschiffe und alle Marinefahrzeuge dippen beim Passieren die Flagge und erweisen den Toten die Ehre.
Das Ehrenmal hat sich in den letzten Jahren auch zu einer Touristenattraktion entwickelt. Die Lage ist ideal. Errichtet an der Außenförde auf den Fundamenten einer Artilleriestellung ist der Turm der Anlage mit 85 m Höhe weithin sichtbar. Von der Aussichtsplattform kann man weit auf See hinausblicken und die Kieler Förde in seiner ganzen Ausdehnung, den Schiffsverkehr von und in den Nord-Ostsee-Kanal beobachten.
Der Besuch des Mahnmals ist ein fester Programmpunkt, wenn wir Gäste von Friendship Force bei uns haben.